DCOLL – Ziele

     

Deutschlandweit befinden sich mehr als 150 Millionen Objekte in naturwissenschaftlichen Sammlungen, deren Potential derzeit nicht annähernd ausgeschöpft wird. Deshalb bilden die sieben größten naturwissenschaftlichen Sammlungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft und einzelner Bundesländer ein Konsortium, um den Erhalt und Ausbau der Sammlungen effizienter zu koordinieren und vor allem um die digitale Erschließung der Bestände großmaßstäblich umzusetzen. Der hierdurch ermöglichte, beschleunigte Zugriff und die damit verbesserte Nutzung der Sammlungen sowie die auf mehrere Standorte verteilte, führende technische Infrastruktur zur digitalen und materiellen Erschließung und Analytik von Sammlungsobjekten bieten eine gemeinsame Infrastruktur und Koordinierungsplattform für europäische wie internationale Forschungsvorhaben zahlreicher Fachrichtungen sowie anderen Nutzern und Nutzerinnen in der Wertschöpfungskette.

DCOLL strebt folgende wissenschaftliche und fachliche Ziele an:

  1. Digitale Erschließung der Bestände der naturkundlichen Forschungssammlungen zur Intensivierung der Nutzung dieser Bestände auf nationaler und globaler Ebene für wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zwecke.
  2. Erschließung neuer nationaler und internationaler Märkte der Nutzanwendung naturkundlicher Sammlungen, vor allem im Bereich digitaler Daten.
  3. Förderung neuer, integrativer und interdisziplinärer Forschungsansätze auf folgenden Themenfeldern:
    • Erhaltung und Nutzung natürlicher Lebensgrundlagen, Bioökonomie
    • Menschliche Gesundheit, Ernährung und Rohstoffe
    • Digitaler, gesellschaftlicher Wandel und lebenslanges Lernen
    • Entdeckung, Erfassung und Schutz der biologischen Vielfalt
    • Bioinformatik, Biodiversitätsinformatik und (meta-)Omics-Technologien
    • Umweltveränderungen, Geoprozesse und Globaler Wandel
  4. Schaffung zukunftsweisender Berufe und Ausbildung für die digitale Gesellschaft

Mit DCOLL als dezentraler, national integrierter und international stark vernetzter Forschungsinfrastruktur kann für Deutschland langfristig eine führende Stellung im Bereich moderner, naturwissenschaftlicher wie gesellschaftswissenschaftlicher Forschung gesichert und eine nachhaltige Bearbeitung grundlegender wie aktueller Fragestellungen zu natürlichen Ressourcen und dem Erdsystem ermöglicht werden. Für die sammlungshaltenden Einrichtungen in Deutschland bewirkt DCOLL zugleich den Paradigmenwechsel von rein disziplinär getriebenen, oft singulären Fragestellungen geschuldeten Spezialsammlungen hin zum integrierten Teil einer global vernetzten, frei digital zugänglichen Forschungs- und Wissensinfrastruktur.